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Heute trage Ich einen Hut. Es wär jetzt wohl beeindruckender und der Message förderlicher,  wenn Ich einen imposanten, großen, rot- leuchtenden mit vielen Federn beschreiben würde oder auch ein ausgefallenes Gesteck von Kunstblumen am seitlichen Revier. Ja- das würde eine Vorstellung erzeugen! Ah das sind sie gleich die Gedanken von selbstbewussten Hutträgerinnen wie die Queen, Angelina Jolie wie sie unter einem unfassbar großem Hut Jonny Depp in the Tourist den Kopf verdreht oder xxx.

Aber nein, jetzt wird es Zeit der Wahrheit ins Gesicht zu sehen und es zu benennen. Der Hut von dem Ich rede ist ein- bitte um einen imaginären Trommelwirbel an dieser Stelle- ganz schlichter schwarzer, normaler Hut. Obwohl so normal ist er doch nicht- Er hat nämlich eine kleine Schärpe einmal rund herum. Ändert das vielleicht etwas? Naja nicht? Ist vielleicht richtig so, das mini-Band ist nämlich auch schwarz, also auch nicht wirklich verrückt und auffällig.

Der Status quo ist also, es handelt sich um einen überaus normalen Hut. Weiterer anzumerkender Punkt- Ich lerne neue Leute kennen von welchen ich gerne hätte das Sie mich als sympathisch, nett und unvoreingenommen kennen lernen, Ich lasse den Hut zu Hause. Ich gehe zu einem Bewerbungsgespräch, bei dem Ich zuverlässig, zielstrebig schlau aber nicht zu kompliziert wahrgenommen werde- Ich lasse den Hut zu Hause. Ich treffe die Oma und den Opa meines Freundes am Sonntag um halb 12 zum Mittagsessen- Ich lasse den Hut zu Hause.

Wirkt irgendwie wie ein Muster oder?

Das finde Ich auf jeden Fall. Ich befinde den Hut nämlich in diesem Statement als ein großes bisschen mehr als ein Kleidungsstück das, nicht wirklich die wärmende Funktion einer Mütze hat oder die die Leichtigkeit eines schönen Haarbandes. Wahrscheinlich ist es an dieser Stelle wohl angemessener die Wahrheit deutlich und laut auszusprechen. Klar sind diese vielleicht wärmenden oder auch schmückenden Eigenschaften sehr naheliegend, aber was haben eine dunkle Mütze oder ein kleines Haarband noch gemeinsam? Na?  Auffallend Unauffällig- wär zumindest meine Antwort gewesen.

Ein Hut schein zwar auf den ersten Blick nur ein weiterer Fetzen Filz zu sein, aber auf irgendeine verwirrende Art und weiße hat er ein ganz andere Wirkung auf mich und auf mein Verhalten. Und jetzt wird’s wahrscheinlich doch etwas schnulzig- aber irgendwie habe ich einen Hut auf und es fühlt sich an wie eine Krone. Bestimmt eine sehr, sehr kleine mit wirklich nur einem Hauch von Steinchen, aber eben soeine die einem das Gefühl gibt besonders zu sein. Die einen dazu animiert aufrechter zu gehen und zu stehen, weil sie sonst lächerlich aussehen würde. Die einen auf eine ganz eigene Weise um ein paar  Zentimeter größer macht, das versteht wahrscheinlich jeder der mal einen kleineren Typen gedatet hat und zweimaligen Nachdenken doch gerne manchmal hohe Schuhe angezogen hat und sich dann zu dem mit kürzeren Beinen beschenkten Beschützer herabzubeugen hatte. Sie oder besser gesagt er, also wir drehen uns immer noch um die filzige Kopfbedeckung, ein sich durch Seltenheit auszeichnendes Accessoire, fordert von der Trägerin zwar sich in un-alltäglicher Weise von den Scharen an Mützenträgern wissentlich abzugrenzen.

Doch der Lohn- hört hört ist – zauberhaft. Beweise dir selbst das du mutig bist dich zu unterscheiden, das du dich traust- so lächerlich es klingt- dein Selbstbewusstsein auf deinem Haupt zu tragen. Und ein End den märchenhaften Phrasen und den Pallabern über Magie, Kronen und Klimbim.

 

Mal ganz im Ernst um einen Hut zu tragen muss man sich echt überwinden aufzufallen und dann wirst du gesehen und ist das nicht das Beste an allem?